27. Februar 2025 / Thema: Liquidität , Energieeffizienz , Energiewende , Energiemanagement

Abwärme nutzen – Kosten sparen – resilient in die Zukunft

Die Nutzung von Abwärme ist ein zentraler Hebel, um Energieeffizienz zu steigern, Kosten zu sparen und die Resilienz von Unternehmen und Kommunen zu stärken. Eine aktuelle Veröffentlichung der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) vom 15.01.2025 gibt erstmals Einblicke in die gemeldeten Abwärmepotenziale auf der Plattform für Abwärme gemäß § 17 Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Die Daten zeigen sowohl die enormen Potenziale als auch die Herausforderungen bei der Nutzung von Abwärme.

Potenziale der Abwärmenutzung

  • Enorme Mengen an ungenutzter Energie: Insgesamt haben 2.668 Firmen 19.065 Abwärmepotenziale gemeldet, die eine Abwärmemenge von über 160 TWh pro Jahr bereitstellen. Das entspricht etwa 61 % der Abwärme mit einem Temperaturniveau von unter 60 °C, 14 % zwischen 60 und 90 °C, 6 % zwischen 90 und 110 °C und 19 % über 110 °C.
  • Regionale Cluster: Die Abwärmemengen konzentrieren sich stark auf Industriestandorte, insbesondere in der Schwerindustrie, Chemieindustrie und Energieerzeugung. Diese regionalen Cluster bieten ideale Voraussetzungen für die Nutzung von Abwärme in Nahwärmenetzen oder industriellen Prozessen.
  • Zeitliche Verfügbarkeit: 75 % der gemeldeten Abwärmemenge steht durchgehend (24 Stunden, 7 Tage die Woche) zur Verfügung. Dies macht die Abwärme zu einer verlässlichen Energiequelle, die kontinuierlich genutzt werden kann.
  • Vielseitige Anwendungen: Abwärme kann zur Stromerzeugung, zur Beheizung von Gebäuden oder zur Kühlung genutzt werden. Insbesondere Abwärme mit höheren Temperaturen (> 110 °C) eignet sich für industrielle Prozesse oder die Einspeisung in Wärmenetze.
    Screenshot 2025-02-27 090338

                                                                                                                                                                                      Grafik: Zahlen zur Plattform für Abwärme | 15.01.2025 |

Hindernisse und Herausforderungen

  • Technische und infrastrukturelle Hürden: Die Nutzung von Abwärme erfordert oft den Bau von Wärmenetzen oder die Integration in bestehende Infrastrukturen. Insbesondere bei niedrigeren Temperaturen (< 60 °C) ist der technische Aufwand höher, um die Wärme effizient zu nutzen.
  • Hohe Investitionskosten: Die Rückgewinnung und Nutzung von Abwärme erfordert erhebliche Investitionen in Technologien wie Wärmetauscher, Wärmepumpen oder Speichersysteme. Für viele Unternehmen sind diese Kosten eine Barriere.
  • Regulatorische Komplexität: Die Meldepflicht auf der Plattform für Abwärme gemäß § 17 EnEfG ist ein erster Schritt, aber die Umsetzung von Abwärmeprojekten wird oft durch bürokratische Hürden und lange Genehmigungsverfahren erschwert.
  • Wirtschaftlichkeit: Die Rentabilität von Abwärmeprojekten hängt stark von den lokalen Energiepreisen und der Verfügbarkeit von Abnehmern ab. Insbesondere in Regionen mit geringer Nachfrage oder niedrigen Energiepreisen ist die Wirtschaftlichkeit oft noch nicht gegeben.

Zahlen und Fakten im Überblick

Die Plattform für Abwärme zeigt, dass in Deutschland enorme Mengen an ungenutzter Abwärme vorhanden sind. Diese Potenziale zu erschließen, kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Energieeffizienz steigern und die Resilienz von Unternehmen und Kommunen stärken. Gleichzeitig gibt es noch Hindernisse, die überwunden werden müssen – sei es durch technologische Innovationen, finanzielle Förderungen oder vereinfachte regulatorische Rahmenbedingungen. Es gibt ausreichend moderne Technologien diese Potenziale zu erschließen, die in unterschiedlichen Temperaturgruppen auftreten, zusätzlich zur räumlichen Verteilung.

Screenshot 2025-02-27 102925

                                                                                                                                                                   Grafiken/Tabelle: Zahlen zur Plattform für Abwärme | 15.01.2025 |

Für Unternehmen und Kommunen, die langfristig denken, lohnt es sich, in die Nutzung von Abwärme zu investieren – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Die Plattform für Abwärme ist ein wichtiger Schritt, um Transparenz zu schaffen und die Grundlage für zukünftige Projekte zu legen. Mit der richtigen Strategie kann Abwärme zu einem Schlüsselelement für eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung werden.

Quelle: Zahlen zur Plattform für Abwärme | 15.01.2025 |, Ein Überblick zu den ersten Meldungen auf der Plattform für Abwärme gemäß § 17 Energieeffizienzgesetz Bundesstelle für Energieeffizienz, Stand: 15.01.2025

 

Neue Beiträge

Alle Neuigkeiten direkt ins Postfach - hier können Sie sich anmelden:

Viele namhafte Unternehmen vertrauen Open House of Energy

Sind Sie auf der Suche nach interessanten Möglichkeiten Energie im Ihrem Unternehmen einzusparen?

Nutzen Sie unser Know-how und laden sich aus unserer Sammlung an White Papers - je nach Interesse – die interessanten Themen herunter. Der Weg dorthin ist einfach – registrieren Sie sich für Ihren persönlichen Zugang und kommen sofort zum Download.

Wir wünschen Ihnen interessante Erkenntnisse beim Lesen!